Besonderheiten der Haut bei Neurodermitis:

  • Erniedrigter Fett- und Wassergehalt in der Haut: Die Schutzfunktion der Haut ist durch die verminderte Fettproduktion gestört, die Haut wird durchlässig für Wasser und wird trocken.
  • Empfindlichkeit gegenüber chemischen und mechanischen Reizen
  • Entzündungsneigung durch gestörte HautbarriereEntzündungszellen dringen in die Haut ein, es kommt zu einer Hautverdickung, Bläschenbildung, nässender und stark juckender Haut.
  • Starker Juckreiz
  • Verminderte Talgproduktion
  • Störung der Schweißregulation
  • Verminderte Abwehr gegenüber Infektionen der Haut: Besiedelung der Haut durch Keime (Bakterien, Viren, Pilze)

Basispflege bei Neurodermitis:

Prinzipien der Basistherapie

Eine konsequente Basistherapie zielt einerseits auf die Verringerung der Trockenheit, andererseits dient sie der Stärkung der Barrierefunktion der Haut auch gegen äußere Auslöser. Mittels individuell in einem kleinen Hautareal geprüfter, auf die Haut und den jeweiligen Hautzustand bei Neurodermitis abgestimmter Pflegepräparate, die vor allem Wasser, aber auch Fette in der Haut binden, wird die passende Basistherapie identifiziert.

Wichtig ist es, Basistherapieprodukte zu finden, die individuell, besonders auch von Kindern oder Jugendlichen, als angenehm empfunden und dann regelmäßig angewendet werden. Es sollte darauf geachtet werden, Pflegeprodukte ohne Farb-, Parfüm- und Konservierungsstoffe zu verwenden.

Generell gilt, dass sich die Behandlung dem Entzündungsgrad der Haut anpassen muss. Es gilt die dermatologische Regel:

Ø„Feucht auf feucht“ (je entzündeter die Haut ist, desto wässriger die Grundlage der Externa)  

Ø„Fett auf trocken“ (je trockener die Haut ist, desto fetthaltiger die Grundlage der Externa) 

          Ø  eine bereits entzündete Haut ist leichter reizbar als eine weniger entzündete

          Ø Heilsalben /-cremes (Hautbehandlung) immer in Verbindung mit Basistherapie

     Ø je röter die Haut, desto weniger Fett auf die Haut

Zur täglichen Basispflege gehört ebenso das konsequente Meiden der nachgewiesenen Auslöser der Neurodermitis, falls positiv getestet durch Haut- oder Provokationstestverfahren.

 

Bei der Basispflege setzt die individuelle Hautpflegeberatung an. In einem Hausbesuch verschafft sich die Beraterin ein Bild der aktuellen Hautsituation des Kindes. Gemeinsam mit den Eltern wird ein individueller Hautpflegeplan in Absprache mit dem behandelnden Kinderarzt für das Kind erstellt. Den betroffenen Eltern wird die Gelegenheit gegeben, offene Fragen zu besprechen. Die Möglichkeit einer Neurodermitisschulung vor Ort oder die Beantragung einer Rehabilitationsmaßnahme in einer Neurodermitisfachklinik werden geklärt. 

 

 Hilfe – die Haut juckt!             

„Individuelle Neurodermitis-Pflegeberatung“                                                  

Die Haut meines Kindes ist schon wieder trocken!

Mein Kind hat Neurodermitis. Darf es trotzdem baden?

Was kann ich gegen den Juckreiz tun?

Wie finde ich die richtige Pflegecreme?

Betroffene Kinder und Jugendliche, ebenso die Eltern, deren Kinder an Neurodermitis leiden, haben viele Fragen.

Um die Lebensqualität von Neurodermitis-Patienten und ihren Familien zu verbessern, arbeiten die AGNES

(Arbeitsgemeinschaft Neurodermitis e.V.) und Eucerin seit Oktober 2011 Hand in Hand. Vor allem für Familien, die

aus unterschiedlichsten Gründen nicht an den Gruppenschulungen der AGNES teilnehmen können, finanziert

Eucerin® individuelle Neurodermitis- Pflegeberatungen, die die AGNES- Patientenschulungen intensivieren.

Das Projekt Individuelle Neurodermitis-Pflegeberatung bietet die Möglichkeit, eine kostenlose persönliche

Hautpflegeberatung in Anspruch zu nehmen.

Die individuellen Hautpflegeberatungen werden von Neurodermitistrainerinnen (Gesundheits- und

Kinderkrankenpflegerinnen und Medizinische Fachangestellte) der AGNES bundesweit angeboten. Die

Evaluation des Projekts zeigt, dass sich durch die Beratungen der Hautzustand der Kinder deutlich

verbessert und mehr als 92% der befragten Eltern bestätigen: „Ich kann die Pflegeempfehlungen im

Alltag besser umsetzen“.

Diese Ergebnisse sind herausragend. Sie wurden im Journal: Pediatric Allergie and Immunolegy in dem Artikel:

Improved management of childhood atopic dermatitis after individually tailored nurse consultations: A pilot study.

(Claudia Rolinck-Werninghaus, Marion Trentmann, Andreas Reich, Christine Lehmann and Doris Staab)

veröffentlicht.

Was erwartet die Betroffenen?

In den individuellen Pflegeberatungen zeigen die Neurodermitistrainerinnen den Eltern und den betroffenen

Kindern und Jugendlichen, was sie bei der Hautpflege und -reinigung beachten sollten, wie sie den Juckreiz lindern

können und was eine angemessene Basispflegecreme ausmacht. Es wird das Anlegen von Verbänden geübt und

Kratzalternativen werden vermittelt.

Wer kann teilnehmen?

Das Angebot richtet sich an betroffene Säuglinge, Kinder, Jugendliche und deren Eltern, die einen besonderen

Leidensdruck durch die Neurodermitis haben, bei denen es Unsicherheiten in der Hautpflege gibt, bei denen

Sprachbarrieren vorhanden sind und die keinen Zugang zu AGNES- Schulungen haben.

Beratungen finden statt:

www.neurodermitisschulung.de

Rubrik „Pflegeberatung“

Stufenplan der Neurodermitisbehandlung:

Stufe 1
äußerliche Symptomfreiheit, evtl. leichte Trockenheit

der Haut, evtl. minimale Rötung:

  • Regelmäßige Basispflege
  • Auslöservermeidung
Stufe 2
Juckreiz mit Rötung, Knötchen, Kratzspuren:
  •   zusätzlich zu Stufe 1
  •    anti-entzündliche Salben/Cremes/Pasten/fett- feuchte Umschläge und
  •    Kratzalternativen (Kühlen, Ablenken, Klopfen), Einsatz von Gerbstoffen (Schwarztee-Umschläge)
Stufe 3
stärkere Rötung mit Kratzspuren, Nässen und 
Krustenbildung, starker Juckreiz, Entzündung:
  •    Maßnahmen aus Stufe 1 und 2- zusätzlich :
  •    lokale, systemische antibiotische, antivirale  Therapie
  •   fett- feuchte Verbände