Definition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs § 14 Abs. 1 SGB XI

 

Ø  Pflegebedürftig sind Menschen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen.

Ø  Pflegebedürftig sind Menschen, die körperliche, kognitive oder psychische Belastungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen können.

Ø  Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens 6 Monate und mit mindestens der in § 15 SGB XI festgelegten Schwere, bestehen.

 

Mit Beginn des Jahres 2017 trat das Pflegestärkungsgesetz II in Kraft. Es gibt jetzt einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsinstrument zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff hat das Ziel, alle körperlich, kognitiv und psychisch beeinträchtigten Menschen gleich zu stellen. Nun wird erstmals kein Unterschied zwischen körperlichen Einschränkungen oder demenziellen Erkrankungen gemacht. Es wird der Grad der Selbstständigkeit festgestellt Was kann der pflegebedürftige Mensch in seinem persönlichen Umfeld alleine bewältigen und in welchen Bereichen seines Lebens benötigt er Unterstützung und Hilfe.

 

Die sechs Module des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs lauten:

·         Mobilität

Kann sich der pflegebedürftige ohne Hilfe fortbewegen, zu Bett gehen, die Toilette aufsuchen?

·         Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Kann sich die betroffene Person zeitlich und räumlich orientieren? Versteht sie Sachverhalte, erkennt sie Risiken und kann sie Gespräche mit anderen Menschen führen?

·          Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Unruhe in der Nacht oder Ängste und Aggressionen gegenüber der eigenen oder der Pflegeperson, Abwehrreaktionen bei pflegerischen Tätigkeiten

·         Selbstversorgung (Körperpflege, Ernährung…)

·         Umgang mit krankheitsspezifischen/ therapiebedingten Anforderungen (Diäten, Blutzucker-  Messung,  Physiotherapie…)

·         Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte Kann der Pflegebedürftige mit seiner Umwelt in Kontakt treten oder sich mit Mitmenschen treffen